“Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.”
So sagt ein Sprichwort. Wie lange die Reise sein muss (sei das in Zeit
oder Entfernung gemessen), das sagt es nicht.
In diesem Blog sind die “Reisen” meist kurz und finden vorwiegend im
Münchner Raum statt. An Reisemitteln stehen die verschiedenen
öffentlichen Verkehrsmittel einer Großstadt zur Verfügung: S-Bahn,
U-Bahn, Straßenbahn (in München heißt sie “Trambahn” oder kurz “Tram”)
und Bus. Und gelegentlich Großraum-Taxis, vorwiegend
im Schienenersatzverkehr. Weil ich im Umland wohne, ist es für mich
meistens die S-Bahn, was sich im Titel dieses Blogs widerspiegelt.
Die neuesten Erlebnisse folgen hier; die komplette Liste findet sich
unter “Beiträge”.
Donnersbergerbrücke: Wir fahren pünktlich um 16:37 Uhr ab.
Schon an der nächsten Haltestelle, Harras, stehen wir. Ebenso in
Mittersendling (die Haltestelle nach Harras). Durchsage des
Lokführers: “Ich hoffe, es geht gleich weiter. Vor uns ist noch die
S20.”
In Pullach haben wir 9 Minuten Verspätung. In Höllriegelskreuth: “In
Kürze geht’s weiter, wir warten auf den Gegenzug.” Abfahrt um 17:04
– nein, um 17:10; die Anzeige im Zug ist falsch – statt um 16:55.
Am Heimeranplatz läuft in der Bahnsteig-Anzeige der Text durch:
“Defektes Stellwerk! Es kommt auf der S7 zu hohen Verspätungen und
Ausfällen.”
Durchsage: “Information zu S7 nach Wolfratshausen, Abfahrt 17:40:
heute ca. 5 Minuten später.” Es ist 17:40 Uhr, auf der Anzeige steht:
in 9 Minuten.
Auch der Gegenzug – er sollte ebenfalls um 17:40 abfahren – wird mit
5 Minuten Verspätung angesagt. Laut Anzeige ist er allerdings etwas
weniger verspätet als meiner. Mal sehen…
Diese Woche sind Herbstferien in Bayern. Die S-Bahn München nutzt die
Gelegenheit, um die Arbeiten an der 2. Stammstrecke
voranzutreiben und dazu vom 01.–09.11. die 1. Stammstrecke
zwischen Pasing und Donnersbergerbrücke zu sperren und die betroffenen
Haltestellen mit Schienenersatzverkehr zu bedienen:
Die S-Bahn ist pünktlich am Heimeranplatz (kurz vor 18:00).
Irgendwo unterwegs bleiben wir stehen, fast gleichzeitig ertönt die
Bandansage “Nächster Halt: Baierbrunn”. Das behauptet auch die
Anzeige im Zug. Da wir stehen, schaue ich aus dem Fenster: links
Häuser, rechts Häuser, irgendwie kommt mir die Gegend unbekannt vor.
Aber normalerweise lese oder döse ich unterwegs, oder löse Sudokus.
Vor den klassischen “Oktoberfest-Haltestellen” ertönt eine Durchsage,
die auf das Verbot von Luftballons🎈 hinweist
(im letzten Jahr betraf es nur
Folienballons), wegen Gefahr eines Kurzschlusses bei Berührung der
Oberleitung.
Die Infotainment-Anzeige im Zug kündigt eine
Echtzeit-Auslastungsanzeige für die S-Bahnen an, die den Namen
“Lightgate” trägt.
Die Idee dahinter scheint zu sein, dass entlang der Strecke
Lichtschranken angebracht sind, die durch die Scheiben der Züge
feststellen, wie dicht die Passagiere sitzen oder stehen (nach dem
Motto: “Wenn der Lichtstrahl nicht unterbrochen ist, ist da niemand,
wenn er länger unterbrochen ist, sind da viele”). Daraus wird die
Auslastung des jeweiligen Wagens abgeleitet und am nächsten Bahnhof
angezeigt, damit sich die Passagiere schon mal passend aufstellen
können.
Der Urlaub ist um, das Abenteuer S-Bahn hat mich wieder:
Als ich in Laim auf den Bahnsteig komme, steht links und rechts ein
Zug (S2 zum Ostbahnhof, S4 nach Ebersberg). Da ich am Ostbahnhof
relativ weit nach vorne gehen muss, will ich nicht ganz hinten
einsteigen.
Ich gehe den Bahnsteig entlang, keiner der Züge rührt sich. Ein
schlechtes Zeichen.