“Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.”
So sagt ein Sprichwort. Wie lange die Reise sein muss (sei das in Zeit
oder Entfernung gemessen), das sagt es nicht.
In diesem Blog sind die “Reisen” meist kurz und finden vorwiegend im
Münchner Raum statt. An Reisemitteln stehen die verschiedenen
öffentlichen Verkehrsmittel einer Großstadt zur Verfügung: S-Bahn,
U-Bahn, Straßenbahn (in München heißt sie “Trambahn” oder kurz “Tram”)
und Bus. Und gelegentlich Großraum-Taxis, vorwiegend
im Schienenersatzverkehr. Weil ich im Umland wohne, ist es für mich
meistens die S-Bahn, was sich im Titel dieses Blogs widerspiegelt.
Die neuesten Erlebnisse folgen hier; die komplette Liste findet sich
unter “Beiträge”.
München plant und baut derzeit mehrere neue Straßenbahnlinien. Eine
davon, die sogenannte “Westtangente”,
betrifft uns, weil sie die Fürstenrieder Straße (eine der großen Ein-
und Ausfallstraßen in München) zur Großbaustelle macht, durch die wir
müssen, wenn wir morgens mit dem Auto zur Arbeitsstelle meiner Frau
fahren.
Seit über einem Jahr ist kurz nach Abfahrt an der Tunnelhaltestelle
Isartor (Richtung Ostbahnhof) bzw. kurz nach Verlassen des Ostbahnhofs
(Richtung Innenstadt) die Ansage zu hören, dass die Aufzüge am
Rosenheimer Platz außer Betrieb seien; wer darauf angewiesen sei, möge
doch bitte am Ostbahnhof bzw. am Isartor aus- oder umsteigen. Warum
man das erst nach Verlassen der Station ansagt, so dass die
Betroffenen eine Station zu weit fahren müssen, habe ich nie
verstanden.
Am Heimeranplatz fahren wir pünktlich um 18:00 Uhr ab.
Um 18:18 Uhr, kurz nach der Ansage “Nächster Halt: Hohenschäftlarn”,
meldet sich der Lokführer: “Ein kurzer Zwischenstand: wir sind
pünktlich! Wir bemühen uns natürlich, dass wir auch pünktlich in
Wolfratshausen eintreffen. Der Grund, warum das heute so gut klappt:
Es klappt heute einfach. Der nächste Halt: Hohenschäftlarn. Ausstieg
in Fahrtrichtung links.” Man kann seine Begeisterung hören.
Donnersbergerbrücke: Wir fahren pünktlich um 16:37 Uhr ab.
Schon an der nächsten Haltestelle, Harras, stehen wir. Ebenso in
Mittersendling (die Haltestelle nach Harras). Durchsage des
Lokführers: “Ich hoffe, es geht gleich weiter. Vor uns ist noch die
S20.”
In Pullach haben wir 9 Minuten Verspätung. In Höllriegelskreuth: “In
Kürze geht’s weiter, wir warten auf den Gegenzug.” Abfahrt um 17:04
– nein, um 17:10; die Anzeige im Zug ist falsch – statt um 16:55.
Am Heimeranplatz läuft in der Bahnsteig-Anzeige der Text durch:
“Defektes Stellwerk! Es kommt auf der S7 zu hohen Verspätungen und
Ausfällen.”
Durchsage: “Information zu S7 nach Wolfratshausen, Abfahrt 17:40:
heute ca. 5 Minuten später.” Es ist 17:40 Uhr, auf der Anzeige steht:
in 9 Minuten.
Auch der Gegenzug – er sollte ebenfalls um 17:40 abfahren – wird mit
5 Minuten Verspätung angesagt. Laut Anzeige ist er allerdings etwas
weniger verspätet als meiner. Mal sehen…
Diese Woche sind Herbstferien in Bayern. Die S-Bahn München nutzt die
Gelegenheit, um die Arbeiten an der 2. Stammstrecke
voranzutreiben und dazu vom 01.–09.11. die 1. Stammstrecke
zwischen Pasing und Donnersbergerbrücke zu sperren und die betroffenen
Haltestellen mit Schienenersatzverkehr zu bedienen:
Die S-Bahn ist pünktlich am Heimeranplatz (kurz vor 18:00).
Irgendwo unterwegs bleiben wir stehen, fast gleichzeitig ertönt die
Bandansage “Nächster Halt: Baierbrunn”. Das behauptet auch die
Anzeige im Zug. Da wir stehen, schaue ich aus dem Fenster: links
Häuser, rechts Häuser, irgendwie kommt mir die Gegend unbekannt vor.
Aber normalerweise lese oder döse ich unterwegs, oder löse Sudokus.